Was ist PHYTOTHERAPIE?

Die Pflanzenheilkunde ist die älteste und ursprünglichste Form zu heilen und findet sich in jeder Kultur wieder. Bekannte Beispiele sind die ayurvedische Heilkunde in Indien, die traditionelle chinesischen Medizin (TCM), aber auch das breite phytotherapeutische Wissen sämtlicher Urvölker der Erde, wie zum Beispiel das der Indianer Nordamerikas.

Im europäischen Raum war die Pflanzenheilkunde lange ein fester Bestandteil der Medizin. Sie war eine durch überlieferte Erfahrungen entstandene Volksheilkunde. Erste Lehrbücher gab es bereits durch Hippokrates (um 400 v. Chr.) aus dem antiken Griechenland. Aus heutiger Sicht sind die Schriften von Galen (130- 210 n. Chr.) zu erwähnen, der viele Kräutertherapien beschrieb. Im Mittelalter war es vor allem Hildegard von Bingen (um 1098 bis 1179), die sich der Pflanzenheilkunde widmete. Bekannte Phytotherapeuten sind auch Hieronymus Bock (1498-1554),Leonhard Fuchs (1501-1566),Sebastian Kneipp (1821-1897), Johann Künzle (1857-1945) und Gerhard Madaus (1890-1942).

Bis ins 19. Jahrhundert bestand die westliche Medizin im Prinzip aus Kräutertherapie.

Bei der Verwendung von Heilpflanzen als Arzneimittel kommen Blüten, Samen, Blätter, Rinde, Wurzeln oder die ganze Pflanze zur Anwendung. Entweder in frischer Form, als Aufguss (Tee), verarbeitet zu Tinkturen, Pulver, Salben und Ätherischen Ölen. Die Wirkung der Heilpflanze ist durch den Reichtum an verschiedenen Inhaltsstoffen, welche abhängig von Klima, Standort, Erntezeitpunkt, Art und Lagerung und Zubereitung der Pflanze sind, sehr vielseitig.

Die gute Verträglichkeit und überzeugende Wirkung der Heilkräuter macht die Phytotherapie, vor allem bei Patienten, deren Körper durch schulmedizinische Behandlung aus dem Gleichgewicht gebracht wurde, sehr attraktiv.